Quelle:
George M. Strain, PhD
Professor of Neuroscience, Veterinary Physiology, Pharmacology and Toxicology, School of Veterinary Medicine; and Associate Vice Chancellor, Office of
Research and Graduate Studies, Louisiana State University, Baton Rouge, Louisiana
 

Wie gut können Hunde und andere Tiere hören?
 

Eine Darstellung von Frequenzbereichen beim Hören der Hunde und anderer Spezies ist keine einfache Sache - dazu muss man zunächst das "Wie" der Feststellung von Hörfrequenzen erläutern. (Anm.: dies hat nichts mit Audiometrie zu tun!)

Das Testen beim Tier unterscheidet sich von den Methoden, die beim Menschen gemeinhin angewandt werden, bei denen von sich aus ausgesagt wird, ob ein Ton hörbar ist oder nicht. 
Bei der Feststellung von Hörfrequenzen bei Tieren muss derjenige, der die Untersuchung durchführt, gewöhnlicherweise zunächst einmal das Tier darauf trainieren, zwischen zwei Belohnungen zu wählen, wenn ihm eine Geräusch-Stimulation verabreicht wird.
Häufig wird dabei, im Falle des Hörens, die Belohnung des Trinkens oder Essens  aus einem von zwei Futter-Spendern eingesetzt. Dabei werden Töne in zufälliger Reihenfolge aus unterschiedlichen Richtungen vorgespielt, und der Proband muss den richtigen Nahrungs-Spender auswählen (gleiche Seite wie der Ton), um die Belohnung zu erhalten; andernfalls erhält er kein Futter und kein Trinken.
Das ganze wird mit dem Tier vorgenommen, wenn es hungrig oder durstig ist, um möglichst zuverlässig eine Reaktion hervorzurufen.

Die Stimulanzen sind reine Töne in unterschiedlichen Frequenzen (in Hertz [Hz] oder Kilohertz [kHz]) und bei unterschiedlicher Lautstärke (Dezibel [db]). Bei der Untersuchung werden dann die Reaktionen in einem Audiogramm aufgezeichnet; einer Graphik, in der die jeweils schwächsten Erkennungspunkte festgehalten werden. Die Aufzeichnung ergibt eine gewölbte Kurve, die bei den höheren Frequenzen steiler ansteigt.

Beispiel eines solchen Audiogramms:

Audiogramm

    A: Pudel    B: Dachshund   C: Bernardiner   D: Chihuahua
    Graphik: dalmaweb

Die folgende Tabelle zeigt den ungefähren Hörbereich bei unterschiedlichen Spezies. Verwandet wurden dabei die Daten von Fay (1988) und Warfield (1973). Da in den beiden Studien unterschiedliche experimentelle Methoden angewandt wurden, sollte dem vergleich der einzelnen Spezies nicht zuviel Bedeutung zugemessen werden. 
 
Spezies Ungefährer Bereich (Hz) 
Mensch 64-23,000
Hund 67-45,000 
Katze 45-64,000 
Kuh 23-35,000 
Pferd 55-33,500 
Schaf 100-30,000 
Hase 360-42,000 
Ratte 200-76,000 
Maus 1,000-91,000 
Igel 250-45,000 
Waschbär 100-40,000
Frettchen 16-44,000 
Opossum 500-64,000 
Chinchilla 90-22,800 
Fledermaus 2,000-110,000 
Belugawal 1,000-123,000
Elephant 16-12,000 
Schweinswal 75-150,000
Goldfisch 20-3,000 
Thunfisch 50-1,100 
Ochsenfrosch 100-3,000 
Laubfrosch 50-4,000 
Kanarienvogel 250-8,000 
Sittich 200-8,500 
Eule 200-12,000 
Huhn  125-2,000 

Referenzen:

RR Fay. 1988. Hearing in Vertebrates: a Psychophysics Databook. Hill-Fay Associates, Winnetka IL. 
D Warfield. 1973. The study of hearing in animals. In: W Gay, ed., Methods of Animal Experimentation, IV. Academic Press, London, pp 43-143. 
EA Lipman & JR Grassi. 1942. Comparative auditory sensitivity of man and dog. Amer J Psychol 55:84-89. 
HE Heffner. 1983. Hearing in large and small dogs: Absolute thresholds and size of the tympanic membrane. Behav Neurosci 97:310-318. 

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